Digitales Geschichtsbuch

Projekt der Klasse 10b

Politik

Vier Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs kam es am 7.Oktober 1949, auf Betreiben der Sowjetunion, nachdem zuvor die Bundesrepublik Deutschland gegründet worden war, zur Gründung der DDR auf dem Gebiet der sowjetischen Bestatzungszone. Die darauf folgenden 1950-er gelten als "Aufbauphase" der DDR

Erster Präsident der DDR wurde 1949 Willhelm Pieck, erster Ministerpräsident Otto Grotewohl. Zur gleichen Zeit wurden alle Parteien, trotz aufkommender Widerstände, zur “ Einheitsliste der nationalen Front“, unter der Führung der sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED),zusammengeschlossen, um als politische Institution aktiv auf gesellschaftspolitische Prozesse Einfluss nehmen zu können. Im Klartext hieß dies, die vollständige Gleichschaltung aller Parteien und Massenorganisationen. Als 1950 dann die 1.Volkskammerwahl veranstaltet wurde, konnte lediglich über die Einheitsliste der nationalen Front abgestimmt werden. ( Der einzelne Bürger hatte also garkeine ´Wahl´).Die Volkskammer war das Parlament und nominell höchste Verfassungsorgan der DDR. Eine Verfassung entstand, die sich zwar auf die bürgerliche Traditionen der Weimarer Republik berief, aber der marxistisch-lenistischen Staatslehre folgte. Die Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit im selbe Jahr und die daraus entstandene Stasi ( Geheimpolizei) sollte von nun an für die Überwachung der Bürger sorgen.

1950 1. Volkskammerwahl | Zeitstrahl | Zeitklicks

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Kurz nach der Gründung der DDR, legte diese im Juli 1950, mit der Volksrepublik Polen, das sogenannte „Görlitzer Abkommen“ fest. Dieses erklärte die ´Oder-Neiße-Linie´ zur entgültigen deutsch-polnischen Grenze. Mit dem Betritt zum Wirtschaftsbündnis der sozialistischen Staaten im September 1950, wurde die DDR Mitglied im Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW). Diese Entscheidungen gehören zu zwei der wichtigsten außenpolitischen Entscheidungen der DDR.

Am 30.November 1950 schlug die DDR vor,es sollte unter dem Motto „Deutsche an einen Tisch“ einen ´Gesamtdeutschen Konstituirenden Rat´ geben, besetzt mit Vertretern aus West und Ostdeutschland. Dieser Rat sollte eine vorläufige Regierung für Gesamtdeutschland vorbereiten und gesamtdeutsche Wahlen durchführen. Der Vorschlag wurde am 15.Januar 1951 von der BDR abgelehnt, mit der Begründung, dass es ihn der DDR keine freie Meinungsäußerung gäbe.( Die DDR beendete ihre Kampagne „Deutsche an einen Tisch“ mit der ersten Stalin-Note vom 10.März 1952. )

Desweiteren wurde im Januar 1951 ein Gesetz erlassen, das bestimmte,dass jeder der die DDR verließ,seinen Personalausweis abzugeben habe. Wer das nicht tat, wurde mit Gefängnis bis zu 3 Monaten bestraft. 1952 kam es dann zu weiteren solcher Verschärfungen wie einer Sperrzone zwischen West und Ost, die am 26. Mai 1952 eingerichtet wurde, eine Breite von 5km betrug, und als erste schärfere Abriegelung galt.Die Kappung der Telefonleitung zwischen West Berlin und der DDR folgte. Zur gleichen Zeit wurde eine Aktion unter dem Tarnnamen „Aktion Ungeziefer“ durchgeführt, bei der mehrere Tausende Anwohner, die als politisch unzuverlässig galten, aus der eingerichteten Sperrzone zwangsumgesiedelt wurden. Dazu gehörten Bürger mit Westkontakten , Kirchengänger oder Bürger die sich negativ über die DDR geäußert hatten.

Auf der Parteikonfferenz der SED im Juli 1952 wurde verkündet, dass der planmäßige Aufbau des Solzialismus in der DDR vorangetrieben werden sollte. Die Anpassung an das stalinistische System der Sowjetunion wurde fortgeführt und auch die Verwaltung der DDR sollte derjenigen der Sowjetunion angepasst werden. Dafüt galt das Prinzip des demokratischen Zentralismus. Partei und Staat sollten hierachisch-zentralistisch aufgebaut sein. Die Aufteilung der bisherigen Länder Mecklenburg,Sachsen-Anhalt, Brandenburg,Thüringen und Sachsen in 14 Bezirke folgte.

1953 begann für die DDR dann mit dem Tod Josef Stalins, einem Generalsekretären der kommunistischen Partei der Sowjetunion, welcher eine große Erschütterung im Osten auslöste. Am 17.06.1953 erlebte die noch junge DDR dann ihre erste große Erschütterung: Ein Streik der Bauarbeiter in der Ost-Berliner Stalinallee wuchs sich zum landesweiten Arbeitsaufstand aus. In hunderten Orten wurde gestreikt und demonstriert. Hauptgründe waren die Erhöhung der Arbeitsnormen am 28.05 auf 10,3% , was einer Lohnkürzung gleichkommt, und weitere politische und wirtschaftliche Forderungen. Auch knappe Lebensmittelversorgungen oder kein Strom in der Nacht, machten die Menschen in der DDR unzufrieden. Der Streik wurde zum Aufstand gegen die kommunistische Herrschaft. Die DDR-Führung war Hilflos und ließ den Protest schließlich von sowjetischen Truppen niederschlagen. Am 18.06 kam es in Leipzig,Jena,Magdeburg und Ost-Berlin zur Festnahme von rund 20.000 Demonstranten, von denen 29 zum Tode verurteilt wurden. Am 21.06 erfolgte dann die Rücknahme der Arbeitsnormenerhöhung und Einführung von u.a. Fahrpreisermäßigungen und der Erhöhungen von Mindestrenten. Bis 1990 war der 17. Juni Feier-und Gedenktag: Tag der Deutschen Einheit. Als sie am 3. Oktober 1990 endlich Wirklichkeit wurde, gerät der 17.Juni in den Hintergrund. Aber auch wenn er heute kein Staatsfeiertag mehr ist: Für das wiedervereinigte Deutschland bleibt er ein wichtiger historischer Tag.

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Am 14.März 1954 beschloss die SED die Einführung der Jugendweihe. Es war das soziale Gegenmodell zur kirchlichen Konfirmation bzw. Firmung und sollte die Rolle der Kirche einschränken.Ein Jahr lang besuchten dieJugendlichen die sogenannten Jugendstunden, wo sie im Sinne der SED Ideologie unterrichtet wurden. Es hatte wenig mit der Stärkung des Glaubens zu tun. Im selben Jahr (17.Oktober 1954) fand dann die 2.Volkskammerwahl statt. Die Abgeordneten der Nationalen Front erhielten 99.40% der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 98,51%. Nach dem Ende der DDR stellte sich heraus, dass viele dieser Angaben gefälscht waren, und diese wie alle anderen Wahlen eine Scheinwahl war.

Am 14. Mai 1955 unterzeichneten die Regierungsvertreter der Sowjetunion, der DDR, Albaniens, Bulgariens, Polens, Rumäniens, Ungarns und der Tschechoslowakei den „Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand“ in Warschau. Im Westen wird dieser Vertrag als Warschauer Pakt bezeichnet. Der Warschauer Pakt war als Gegengewicht zur NATO, dem Bündnis der westlichen Staaten gedacht, welches 1949 gegründet wurde. Die Länder des Warschauer Pakts kamen unter der sowjetischen Führung noch enger zusammen. Die Sowjetunion hat sich somit das Recht zur Stationierung ihrer Truppen in allen Mitgliedsstaaten gesichert und somit in Ost- und Mitteleuropa. In der DDR waren um die 350 000 sowjetische Soldaten stationiert. Als einzige Armee stand die Armee der DDR unter Oberbefehl des Warschauer Paktes. Der DDR war dadurch in einem Beistandsfall an die Anweisungen der Sowjetunion gebunden.

Die Sowjetunion versuchte die Einbindung der BRD in die westliche Staatengemeinschaft zu verhindern. Ende Juli 1955 gab der sowjetische Regierungschef, auf einer Kundgebung in Ost-Berlin die neue Zwei-Staaten-Theorie bekannt. In der Sowjetunion spricht man bei dieser Theorie von der bestehenden Teilung Deutschlands, dadurch wurde die Existenz von zwei deutschen Staaten zementiert. Die Wiedervereinigung war eine Sache der Deutschen selbst. Mit der neuen Ostpolitik unter Willy Brandt war die DDR faktisch als eigenständiger Staat akzeptiert worden. Dennoch betrachtete man die DDR bis zur Wiedervereinigung völkerrechtlich als einen Teil Deutschlands.

Im März 1954 hat die Sowjetunion die einseitige Souveränität der DDR erklärt, somit war die formale Abhängigkeit beendet. Die BRD hat die Souveränitätserklärung noch im April für ungültig erklärt, da die BRD an ihrem Alleinvertretungsanspruch festhält. Am 20. September 1955 hat die Sowjetunion nach Verhandlungen in Moskau einen Staatsvertrag mit der DDR beschlossen, durch den die DDR die „volle Souveränität“ bekam und die Besatzung offiziell beendet war. Am 26. September 1955 wurde das Staatswappen geändert. Das Wappen hat in der Mitte einen Hammer und einen Zirkel und diese sind umgeben von einem Ährenkranz, diese stellen die Bedürfnisse von Arbeitern, Bauern und Intelligenz.

Nachdem die BRD im November 1955 die Bundeswehr gegründet hat, hat die Volkskammer der DDR am 18. Januar 1956 sich dazu entschieden auch eine Armee aufzustellen. Die Nationale Volksarmee (NVA) wurde zum 01. März 1956 gebildet. Deshalb gilt der 01. März als „Tag der internationalen Volksarmee“. Die meisten Soldaten wurden aus den Einheiten der „Kasernierten Volkspolizei“ rekrutiert, die es schon seit 1952 gibt, somit standen um die 100 000 Soldaten zur Verfügung. Bis zum Mauerbau im Jahr 1961 war die NVA eine freiwillige Armee. Die SED sicherte sich mit der NVA die eigene Macht nach innen ab, dafür sorgte die Kontrolle und Überwachung der Stasi.

Vom 10. bis 16. Juli 1958 fand der 5. Parteitag der SED statt, bei dem verkündigt wurde, dass der Aufbau des Sozialismus wieder aufgenommen wird. Als Ziel soll der Lebensstandard der DDR den Lebensstandard der BRD bis 1961 übertreffen. Auch der Siebenjahresplan wurde eingeführt, der den Fünfjahresplan ersetzen soll. Der Fünfjahresplan wurde zu diesem Zeitpunkt abgebrochen und der Siebenjahresplan gilt ab 1959. Walter Ulbricht setzte sich für die Verknüpfung der Arbeiterklasse in die Kultur ein. Er hat auch die „Zehn Gebote der sozialistischen Moral und Ethik“ verkündet, in denen die politischen Pflichten jenes DDR-Bürgers zusammengefasst waren. Diese Gebote wurden meistens bei Jugendweihen gelesen.

Im selben Jahr am 16. November fand die 3. Volkskammerwahl statt. Die Abgeordneten der Nationalen Front erhielten 99,87 % der Stimmen und die Wahlbeteiligung lag bei 98,9 %. Diese Wahl war wie alle anderen eine Scheinwahl, welches sich aber erst am Ende der DDR herausstellte.

Am 01. Oktober 1959 hat die Volkskammer beschlossen, die Staatsflagge zu ändern. Die bisher Schwarz-Rot-Gold Flagge war, die gleiche wie in der BRD. Die DDR hat diese Flagge behalten, aber das Staatswappen hinzugefügt.

Quellen:

https://www.ddr-museum-muehltroff.de/staatssymbole-der-ddr.html (26.04.20)

https://www.hdg.de/lemo/kapitel/geteiltes-deutschland-gruenderjahre/deutsche-frage/zwei-staaten-theorie.html (26.04.20)

https://www.planet-wissen.de/geschichte/ddr/das_leben_in_der_ddr/index.html (26.04.20)

https://www.ddr-museum.de/de/blog/archive/die-geschichte-der-ddr (26.04.20)

https://www.zeitklicks.de/top-menu/zeitstrahl/navigation/topnav/jahr/1955/beitritt-zum-warschauer-pakt/ (26.04.20)

https://www.zeitklicks.de/top-menu/zeitstrahl/navigation/topnav/jahr/1955/zwei-staaten-theorie/ (26.04.20)

https://www.zeitklicks.de/top-menu/zeitstrahl/navigation/topnav/jahr/1955/souveraenitaet/ (26.04.20)

https://www.zeitklicks.de/top-menu/zeitstrahl/navigation/topnav/jahr/1956/gruendung-der-nva/ (26.04.20)

https://www.zeitklicks.de/top-menu/zeitstrahl/navigation/topnav/jahr/1958/v-parteitag-der-sed/ (26.04.20)

https://www.zeitklicks.de/top-menu/zeitstrahl/navigation/topnav/jahr/1958/3-volkskammerwahl/ (26.04.20)

https://www.zeitklicks.de/top-menu/zeitstrahl/navigation/topnav/jahr/1959/neuer-siebenjahresplan-und-aenderung-der-staatsflagge/ (26.04.20)

https://www.zeitklicks.de/ (18.04.20)

https://www.planet-wissen.de/geschichte/ddr/geteilte_stadt_berlin/pwiejunideraufstand100.html (18.04.20)

https://www.bpb.de/izpb/10122/deutschland-in-den-50er-jahren (18.04.20)

https://de.wikipedia.org/wiki/1950 (18.04.20)

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