Digitales Geschichtsbuch

Projekt der Klasse 10b

Die 1960er Jahre

Geschichte der BRD

1960

1960 kam es nach dem Holocaust, erstmals wieder zu einem Treffen zwischen Israel und Deutschland. Mitte März trafen sich der aktuelle Bundeskanzler Adenauer und der israelische Ministerpräsident Ben Gurion. Durch dieses Treffen entstand eine Verständigung zwischen Deutschland und Israel.

1961

1961 fand die Wahl zum vierten Bundeskanzler statt. Dabei stellte sich Konrad Adenauer (CDU/CSU) zum vierten mal der Wahl, Willy Brandt (SPD) trat zum ersten mal gegen ihn an. Daraufhin gründete CDU/CSU erstmals eine Koalition mit der SPD und beide regierten fortan gemeinsam. Am 13. August wurde von Seiten der DDR eine Mauer zur Abschottung von der BRD gebaut

1962

Am 31. Mai 1962 wurde der Naziverbrecher Adolf Eichmann, auf Grund der Tötung von über 6 000 000 Juden, hingerichtet. Im Oktober 1962 fand die sogenannte „Spiegelaffäre“ statt. Dabei wurden Redakteure festgenommen, da sie eine Ausgabe des „Spiegels“, vom 10. Oktober 1962 mit der Titelgeschichte „Bedingt abwehrbereit“ veröffentlicht haben. Diese Razzia hatte zur Folge, dass der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Strauß, welcher in diese Angelegenheiten verstrickt war zurücktreten musste.

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1963

Am 26. Juni besuchte der US-Präsident Kennedy Westberlin. An diesem Tag war der 15. Jahrestag der Berliner Luftbrücke. Dort hielt Kennedy vor rund 1,5 Millionen Menschen seine bekannte Rede, in dieser sagte er seinen berühmten Satz: „Ich bin ein Berliner“. Bei diesem Treffen versicherte er der Bundesrepublik weiterhin Unterstützung der USA. Nach dem Rücktritt Adenauers wurde am 16. Oktober Ludwig Erhard zum neuen Bundeskanzler gewählt. Zum Jahreswechsel von 1963 auf 1964 wurde das Passierscheinabkommen von dem Senator aus der BRD und von dem DDR Staatssekretär unterzeichnet. Damit war es über Weihnachten und Neujahr den Verwandten gestattet ihre Angehörigen auf der anderen Seite der Mauer zu treffen. Außerdem begannen in 1963 die ersten Prozesse gegenüber ehemaligen SS Angehörige, die in Ausschwitz an der Ermordung unzähliger Menschen beteiligt waren.

1964

Nachdem das Anwerbeabkommen für Gastarbeiter einige Jahre zuvor schon mit Italien, Spanien, Griechenland, Türkei und Marokko abgeschlossen worden war, wurde auch 1964 das Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik und Portugal unterschrieben. Das bedeutet, dass den Portugiesen ein unbefristeter Aufenthalt in der Bundesrepublik erlaubt war, jedoch nur wenn sie hier als Gastarbeiter tätig waren.

Seit 1964 gibt es den „Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“. Dazu gehören 5 Personen, die die „fünf Wirtschaftsweisen“ oder kurz die „fünf Weisen“ genannt werden. Diese 5 Personen schlägt die Bundesregierung vor und der Bundespräsident ernennt sie dann für 5 Jahre. Das Gesetz, das die Einberufung der fünf Weisen regelt, wurde am 14. August 1963 verabschiedet. Das Ziel war es, dass die deutsche Wirtschaft durch unabhängige Gutachten beurteilt wird. Das bedeutet, dass das Gutachten sich mit der aktuellen Lage der Wirtschaft befasst und Prognosen für die Zukunft gibt. Es wird jedes Jahr ein Gutachten erstellt.

Zum Jahreswechsel 1963/64 wurde das erste Passierscheinabkommen geschlossen, wodurch West-Berliner erstmals Verwandte in Ost-Berlin besuchen durften. Am 24.September 1964 wurde ein zweites Abkommen geschlossen. DDR-Staatssekretär Erich Wendt und der West-Berliner Senator Horst Korber einigten sich auf vier Zeiträume, in denen man Verwandte besuchen durfte: vom 30.Oktober bis 12.November 1964, über den Jahreswechsel 1964/65 und über Ostern und Pfingsten 1965.

Am 28.Oktober 1964 wurde das Hamburger Abkommen verabschiedet. Das Hamburger Abkommen ist eine Vereinbarung der Ministerpräsidenten der einzelnen Bundesländer mit dem Ziel, das allgemeinbildende Schulwesen in der Bundesrepublik Deutschland zu vereinheitlichen. Das Abkommen wurde von der Kultusministerkonferenz erarbeitet. Das Hamburger Abkommen ersetzte das Düsseldorfer Abkommen von 1955. Dieses Abkommen enthält allgemeine Bestimmungen über die Dauer von Schuljahr, Schulpflicht und Ferien. Es wurden die Bezeichnungen für die Schule vereinheitlicht. Alle Schüler besuchen eine Grundschule, danach folgen Hauptschule, Realschule oder Gymnasium. Der Schuljahresbeginn wurde auf Sommer gelegt und die erste Fremdsprache sollte im 5.Schuljahr beginnen.

Am 28. November 1964 wurde die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) gegründet. 1965 trat die NPD das erste Mal bei der Bundestagswahl an und erhielt 2% der Stimmen. In den darauf folgenden Jahren zog sie fast in alle Länderparlamente ein. Die Zahl der Parteimitglieder stieg von 18.000 auf rund 50.000 im Jahr 1969. Grund für die Wahlerfolge und das Anwachsen der Mitglieder der NPD sind in der Wirtschaftskrise zu sehen. Seit dem Aufschwung in den 1950er Jahren ging es den Menschen erstmals wieder schlechter. Das Ausland reagierte besorgt auf den organisierten Rechtsextremismus.

1965

Bei der Verjährungsdebatte ist eine Aussprache im Deutschen Bundestag vom 10. März 1965 bekannt geworden, in deren Folge die bevorstehende Verjährung von ungesühnten Morden nationalsozialistischer Täter verhindert wurde. Im Bundestag wurde über alle Parteien hinweg diskutiert. Die einen fanden, die Verfolgung von Nazi-Verbrechen sollte beendet werden und eine Verlängerung der Frist sei rechtlich nicht möglich. Die anderen wollten, dass die Täter zur Verantwortung gezogen würden. Schließlich einigte man sich zunächst darauf, die Verjährungsfrist um 4 Jahre anzuheben. Jedoch verlängerte man die Frist 1969 erneut um 10 Jahre. 1979 wurde die Verjährung für Mord generell aufgehoben.

Im April 1965 wurde das deutsche Ausländergesetz verabschiedet. Es trat zum 1. Oktober in Kraft. Es regelte den Aufenthalt von Ausländern in der Bundesrepublik. Das Gesetz galt für alle, die nicht Deutsche waren. In dem Gesetz ist festgelegt, dass der Aufenthalt in Deutschland genehmigungsbedürftig ist und zeitlich befristet ist. Wenn die Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen ist, ist der Ausländer dazu verpflichtet Deutschland zu verlassen. Wenn er dies nicht tut , kann er abgeschoben werden.

Zudem war 1965 die Wahl zum 5. Deutschen Bundestag. CDU und FDP führten ihre Koalition fort. Ludwig Erhard wurde am 20. Oktober erneut zum Kanzler gewählt. Somit bildete er sein zweites Kabinett.

1965 folgte nun auch das Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik und Tunesien. Den Tunesiern wurde der Aufenthalt in der Bundesrepublik gestattet, wenn sie als Gastarbeiter tätig waren. Allerding hatte dieses Abkommen Besonderheiten. Der Aufenthalt wurde nur für 2 Jahre genehmigt und die Anwerbung galt nur für Unverheiratete.

1966

Im Jahr 1966 kam es zur „Starfighter-Affäre“. Dabei wurde aufgedeckt, dass unter dem Zuspruch von Franz Josef Strauß mehrere hundert, zum teil defekte oder nicht vollständig funktionierende Kampfflugzeuge (teilweise von erhöhten Steuergeldern), gekauft wurden. Auf Grund dieser Affäre wurde einige Monate später der General Panitzki entlassen. Zu dem kam es 1966 zum 4. und damit letzten Passierscheinabkommen. Daher konnten die Menschen im Westen bis zum Jahr 1972 ihre Verwanden im Osten nicht mehr besuchen.

Da sich 1966 CDU und FDP nicht über das Thema Steuern einigen konnten kam es zu einem Ende der schwarz-gelben Koalition. Durch diese Trennung musste Kanzler Erhard auf Grund von verlorenem Rückhalt in seiner Partei zurücktreten. So wurde am 01.12 die große Koalition zwischen CDU und SPD mit dem neuen Bundeskanzler Kiesinger gegründet.

1967

Vom 27.05-04.06 kam der Schah von Persien zu einem Staatsbesuch in die BRD. Dieser Besuch löste, durch viele Gegner gegenüber des Schah-Regimes (besonders bei Studenten) viel Empören aus. Darauf hin kam es auch zu Protesten gegen den Besuch. Am 02.06 wurde während einer dieser Demonstrationen der Student Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen.

1968

Von dem 17-18.2.1968 fand die Vietnamkonferenz statt. Dabei protestierten tausende Menschen gegen den Vietnamkrieg und den Imperialismus. Außerdem sollte der internationale Kontakt gepflegt werden. Am 21.2.1968 fand eine Gegendemonstration statt. Man demonstrierte für Frieden und die Freiheit.

Im Jahre 1968 kam es es zudem zu einer Kaufhaus-Brandstiftung. Diese galt als Protest gegen den Vietnamkrieg, wobei das Leid der Menschen im brennenden Kaufhaus mit dem Leid der Menschen des Vietnamkrieges verglichen wurde. Es fanden außerdem Proteste gegen das Notstandsgesetz statt, da man Angst hatte es gäbe ein Ermächtigungsgesetz. Das Notstandsgesetz trat am 28.6.1968 in Kraft. Im September wurde dann die Deutsche Kommunistische Partei gegründet.

1969

Gustav Heinemann wird zum 3. Bundespräsident der Bundesrepublik und ist somit der erste deutsche sozialdemokratisch Bundespräsident.

Am 25.6.1969 trat das 1. Gesetz zur Reform des Strafrechts in Kraft. Somit gilt der Ehebruch und die Homosexualität als straffrei. Am 4.7.1969 trat dann das 2. Gesetz zur Reform des Strafrechts in Kraft, welches besagt, dass die Freiheitsstrafe mindestens einen Monat andauern muss. Ab dem 19.8.1969 waren nichteheliche Kinder den ehrlichen Kinder gleichgestellt. Am 20.3.1969-1977 kam es zur Bildungsreform. Hierbei beschloss man vorhandenen Universitäten auszubauen und zu vergrößern. Jedoch führte dies zu vielen Studenten, was Platzmangel verursachte.

1969 fand die Wahl zu dem 6. Deutschen Bundestag satt. Die CDU/CSU war die stärkste Partei, aber Die SPD und FDP hatten die Stimmenmehrheit. Somit beschlossen sie sich auf eine Koalition und am 21.10.1969 wurde Willy Brandt als 1. Sozialdemokrat zum Bundeskanzler gewählt. Am 28.11.1969 fand die Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags statt. Somit war man Verpflichtet auf atomare Rüstungen zu verzichten.

Geschichte der DDR

Anfang 1960 schloss die Regierung die Kollektivierung der Landwirtschaft ab, alle Landwirtschaftlichen Betriebe gehörten nun der „Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft an “ (LPG). Dadurch konnte die Landwirtschaft besser kontrolliert werden und man konnte einfacher auf die Erzeugnisse zurückgreifen. Die Bauern sahen sich gezwungen „freiwillig“ in die LPG`s einzutreten oder in den Westen zu flüchten.

Am 7. September starb der einzige Präsident der DDR, Wilhelm Pieck. Nach seinem Tod wurde diese Stelle abgeschafft und durch den Staatsrat ersetzt. Dieser steht nun an der Spitze der Regierung. Zum Staatsrat gehören 20 Personen, darunter der Staatsvorsitzende, seine Stellvertreter und ein Sekretär. Der erste Staatsvorsitzende war Walter Ulbricht , er wurde als Staatsoberhaupt angesehen.

Walter Ulbricht empfängt am 28. September 1960 als Vorsitzender des Staates der DDR den Sitz des Staatsrates bis 1964.

Am 13. August 1961 kam es aufgrund kam es aufgrund der hohen Flüchtlingsströme aus der DDR in die Republik zu einer Grenzschließung mit anschließendem Mauerbau. Viele junge und vor allem qualifizierte Arbeitskräfte flohen in den Westen um einen Neuanfang zu starten, da sie in der DDR keine Zukunft sahen. Die Regierung der DDR schob die Schuld ihrer wirtschaftlichen Krise auf diese Auswanderungsströme. Um kein Misstrauen zu verursachen sagte Ulbricht zwei Monate zuvor in einer internationalen Pressekonferenz: „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen.“ , obwohl in der Frage der Journalistin nicht nach einem Mauerbau gefragt wurde. Die Abriegelung folgte in der Nacht vom 12. auf den 13. August, ganz plötzlich und unerwartet. Zu diesem Zeitpunkt durften die Menschen aus der BRD noch in die DDR, aus der DDR durfte man jedoch nicht in die BRD. Wer jedoch ab Dezember 1964 in die DDR einreisen wollte musst nun zwischen 3 und 5 DM bezahlen. West-Berliner 3 DM die restlichen Besucher 5 DM. Diese Abgabe erhöhte sich öfters. Ab 1973 wurde nicht mehr zwischen West-Berlinern und Bundesbürgern unterschieden, ab 1980 auch nicht mehr zwischen Ost-Berlin und DDR.

In den folgenden Jahren starben hunderte Menschen beim Versuch die Grenze zu überqueren, darunter der 18- jährige Peter Fechter der 1962 mit einem Freund die Grenze überqueren wollte. Er wurde angeschossen und verblutete zwischen den Grenzen, nachdem er stundenlang um Hilfe geschrien hatte. Seine Geschichte wurde weltweit als Schrecken der SED bekannt.

Peter Fechter, erschossen an der Berliner Mauer: Hilflos im Todesstreifen verblutend, 17. August 1962
Peter Fechter verblutet zwischen den Mauern http://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/171420/fechter-peter

Weitere Menschen versuchten einen Tunnel durch die Grenzen zu graben um somit die Grenzen zu überqueren, andere flogen mit Ballons darüber.

Um die Grenzen zu verteidigen stellte die DDR einen freiwilligen Wehrdienst. Da sich jedoch nicht genug meldeten, wurde im Januar 1962 die Wehrpflicht eingeführt. Jeder wehrpflichtige Mann zwischen 18 und 50 Jahren musste sich 18 Monate dem Wehrdienst bereit stellen. Wer jedoch aus ethischen oder moralischen Gründen keine Waffe in die Hand nehmen wollte, konnte ab 1964 nun als Bausoldat dienen. Sie mussten Arbeiten an öffentlichen Gebäuden verrichten, etwa als Bauarbeiter, Gärtner, Krankenpfleger oder Küchenhelfer. Dieser Job war jedoch mit Hänseleien verbunden und man bekam als Bausoldat keinen Studienplatz.

Im Dezember 1962 begann die Produktion des ersten DDR-Autos, dem Trabat P60. Wegen der schlechten Autoindustrie, musste man 12 bis 14 Jahre auf ein Auto warten.

m Januar 1963 fand der VI. Parteitag der SED statt. Es wurde beschlossen, die Gesellschaft soll zu einer klassenlosen Gesellschaft heranwachsen, nach dem Marxismus- Leninismus Prinzip. Anstatt Kapitalismus hieß es nun Sozialismus. Außerdem sollte die Wirtschaftspolitik geändert werden. Bis im Juni arbeiteten verschiedene Wirtschaftsexperten an dem neune Plan der wirtschaft, dieser wurde das „Neue ökonomische System der Planung und Leistung“ (NÖSPL) genannt. Es wurde beschlossen, dass nun der höchste ökonomische Nutzeffekt und die materielle Interessenheit im Vordergrund steht. Das NÖSPL beinhaltete aber auch Sonderzahlungen für Arbeiter bei besonderen Leistungen und eine größere Eigenverantwortung der Betriebe, sie konnten nun selbst über ihren Gewinn entscheiden. Die Regierung wollte dadurch die Arbeitsproduktivität steigern , das gelang auch, diese stieg daraufhin um 7%.

Die Gesellschaft wuchs zu einer sozialistischen Leistungs- und Konsumgesellschaft, mit einem höhen Standart in den östlichen Ländern. Durch die große Eigenverantwortung der Betriebe fürchtete die SED jedoch schon bald um ihre Macht und verbot den Weiterverkauf in den Westen.

Am 20. Oktober fand die 4. Volkskammerwahl statt. Das Ergebniss war, es stimmten über 99% der Wähler der Regierung zu. Diese offiziellen Zahlen sind jedoch meistens gefälscht, die Wahl diente lediglich dazu, als eine Demokratie gesehen zu werden und wird als Scheinwahl bezeichnet.

Um die Mauer herum brachte die Polizei einen Kontroll und Schutzstreifen an, wer diesen unerlaubt betrat konnte mit bis zu 2 Jahren Haft bestraft werden. Wer in diesem Bereich wohnte musst immer eine Erlaubnis bei sich tragen, Besuch musste schon Tage vorher angemeldet werden.

1964 wurden die bilateralen Verträge erneuert. Da sind Verträge zwischen zwei Ostblockstaaten. Zwei Seiten konnten einen Vertrag zur gegenseitigen Hilfeleistung unterschreiben. Die erste Generation wurde 1943 unterschrieben, die Verträge musste man alle 20 Jahre neu schließen, da sie immer nur für 20 Jahre waren. Der erste Vertrag der zweiten Generation wurde zwischen der DDR und der Sowjetunion am 12. Juni 1964 unterschrieben. Es war der Vertrag über Freundschaft, gegenseitigen Beistand und Zusammenarbeit.

Am 2. November 1964 öffnete sich die Grenze erstmals für Rentner. Sie konnten einmal im Jahr einen Antrag stellen um für vier Wochen Verwandte in der BRD zu besuchen. Wer jedoch keine Verwandte hatte konnte auch niemanden besuchen, erst 1984 wurde die auch mit Freunden und Bekannten erlaubt.

1965 wurden die Familien -und Bildungsgesetze geändert. Die Kinder sollten nun auch zuhause nach dem Sozialismus erzogen werden. Man wollte eine allseitig und harmonisch entwickelte sozialistische Persönlichkeit, die Stolz auf den Sozialismus sei. In der Bildung wurde die Polytechnische Schule in Unter-, Mittel-, und Oberstufe gegliedert. Ab der 5. Klassen lernte man Russisch.

In dem Familiengesetz wurden Beschlüsse beschlossen, die in der BRD erst viel später inkraft traten. Es wurden eheliche und uneheliche Kinder gleichgestellt und das Schuldprinzip nach einer Scheidung abgeschafft.

Um nicht von sarkastischen Aussagen oder Bildern beleidigt zu werden, verbot die SED viele Auftritte verschiedener Künstler und schränkte ihre Freiheit massiv ein.

1966 fand die erste Kinder- und Jugendspartakiade statt, dies ist ein Sportwettbewerb, der landesweit durchgeführt wurde. Da die Regierung großen Wert auf Sportlichkeit setzte, wollten sie dadurch die Kinder vom Sport begeistern und motivieren, selbst Sport zu betreiben. Diese Sportveranstaltung wurde im Sommer und im Winter durchgeführt, je mit den passenden Disziplinen. Die Gewinner bekamen Medalien und Urkunden. Ziel war es auch sportliche Talente zu finden und zu fördern.

Medaille der kinder und Jugendspartakiade

Am 20. Februar spaltete sich die DDR klar von der BRD, indem sie ihren Bürgern eine eigene Staatsangehörigkeit gab. Bürger die in die BRD flüchten konnten, hatten einen Anspruch auf einen neuen Ausweis.

Am 2. Juli 1967 fand die 5. Volkskammerwahl statt, diese war wie die da vorige eine Scheinwahl.

Auf dem VII. Parteitag der SED im April 1967 wurde aus der alle zwei wöchigen Fünf-Tages-Woche eine jede wöchige Fünf-Tages Woche. Zusätzlich wurde das Kindergeld, der Mindestlohn, der Mindesturlaub und die Rente erhöht. Um die wegfallenden Arbeitsfreien Tage auszugleichen wurden verschiedene Feiertage verabschiedet. Schüler mussten trotzdem samstags in die Schule. Außerdem wurde das NÖSPL verabschiedet und das neue“ökonomische System des Sozialismus“ angekündigt. Dieses sprach den Betrieben wieder mehr Eigenverantwortung zu, jedoch wurde nun jeder Industriebereich von einem Industrieminister kontrolliert.

1968 wurde die Pass- und Visapflicht eingeführt. Wer also durch die DDR durchfahren musste oder in die DDR wollte musst ein Transit- oder Einreisevisum begründet beantragen. Dieses Visum musst man mit dem Personalausweis und dem Reisepass bei sich tragen.

Ein und Ausreise-Visum

Am 9. April trat eine neue Verfassung durch Volksentscheid in Kraft. Dies war der einzige Volksentscheid in der Geschichte der SED, denn laut der neuen Verfassung, waren diese nun nicht mehr nötig. Die Verfassung wurde an die Politik angepasst. In der Verfassung standen Artikel, die jedoch so nicht durchgeführt wurden, wie Glaubensfreiheit und Pressefreiheit.

Am 1. Juli 1968 trat das neue Strafgesetzbuch in Kraft. Verleumdung und Beleidigung, Kuppelei, Homosexualität und Ehebruch blieb künftig straffrei, politisch motivierte Taten wurden stärker bestraft. Dadurch wollte die SED ihr Macht sichern.

Am 5. März 1969 wollte die BRD ihren neune Kanzler in Berlin wählen. Der Innenminister der DDR untersagte jedoch die Durchreise der Bundesversammlung nach Berlin ab dem 15. Februar. Ab dem 1. März blockierten sogar die Soldaten die Straßen nach Berlin. Die Wahl fand dennoch dort statt.

Am 3. Oktober wurde das zweite Fernsehprogramm in der DDR ausgestrahlt. Zukünftig konnte man auch Filme in Farbe anschaue, jedoch nutzte die DDR eine andere Technik als die BRD, somit konnte man West-Filme nicht farbig sehen. Die Sendestunden pro Woche verdoppelten sich zwischen 1960 und 1970.

Neue TV-Programme in der DDR

https://www.zeitklicks.de/top-menu/zeitstrahl/navigation/topnav/jahr/1968/

„Informationen zur politischen Bildung Geschichte der DDR“ bpb: März 2011

Zeiten und Menschen 4, Hans-Jürgen Lendzian & Wolfgang Mattis, Auflage 4

Kultur

Kulturell gesehen waren die 60er Jahre vor allem im Hinblick auf die Mode und Musik sehr prägend. Anfang der 60er gab es einen modischen Skandal durch den ersten entworfenen Minirock. Bis dato sind alle Röcke übers Knie gegangen, dass es jetzt Röcke gab welche 10 Zentimeter überm Knie enden war am Anfang ein Schock. Doch durch viel Zustimmung auf Seiten der Frauen wurde er schnell akzeptiert. Der Mini-Rock wurde oft auch in Zusammenhang mit der sexuellen Befreiung der Frauen in Verbindung gesetzt. Von da an zeigten die Frauen was sie hatten. Diese Zeit wurde als modische Emanzipation der Frauen angesehen. Bei den Männern war der dreiteilige Anzug mit langen Haaren populär.

In der Musik begann in den 60ern eine neue Ära der Popkultur. Während Rock’n’Roll und Beach-sound weniger wurden, da die Musiker mehr Originalität erlangen wollten, wurde vor allem die Musik   der Beatles, Rolling Stones, Dave Davies und Jimi Hendrix bekannt. Allgemein gesagt war für die Jugend Beat-, Rock- und Folkmusik sehr prägend und für die ältere Gesellschaft Schlager.

Die 60er hatten viele verschiedene Kulturelle Ereignisse, eines der prägendsten war die deutliche Emanzipierung der Frauen.

Berühmte Persönlichkeiten

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